WITZIGKEIT KENNT KEINE GRENZEN




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...WENN MAN TROTZDEM LACHT

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Kommt ´n Restaurator auf die Baustelle und trifft den Architekten...
Sagt der Restaurator: „In der Ausschreibung steht, dass ich die Decke mit Leimfarbe streichen soll. Das geht aber nicht, wegen Fleckenbildung.“
Sagt der Architekt:“ Fragen Sie mal bei unserem betreuenden Restaurator nach.“
Restaurator: „Hab ich gemacht.“
Architekt: „Na und?
Restaurator: „Ich soll Dispersionsfarbe nehmen, weil das hier schon immer so gemacht wird. Verstehe aber nicht, warum dann im Leistungsverzeichnis Leimfarbe steht.“
Architekt: „Weil das denkmalpflegerisch so gefordert ist.“
Restaurator: „Können Sie mir es dann bitte schriftlich geben, dass ich es mit Dispersionsfarbe machen soll.“
Architekt: „Nöh, das darf doch keiner wissen.“

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... na wenigstens etwas

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Bekommt ein Restaurator eine Ausschreibung. Drin steht, dass nach beiliegendem Konzept von Herrn Stephan K. aus G. zu arbeiten ist. Denkt der Restaurator: “Konzept kommt mir irgendwie bekannt vor.“  Das war auch so. Mehrere Seiten waren, einschließlich Rechtschreibfehler, aus seiner über 25 Jahre alten Abschlussarbeit einfach abgeschrieben worden. Quellenangabe ist was für Krümelkacker.
Das Original I Die Fälschung

Witzerklärung: Beim in der Ausschreibung betreffenden Objekt handelte es sich gar nicht um Seebergsandstein.  

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Formergänzung

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Jetzt aber los! Wir hatten doch nüscht.

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Bis heute ist unklar, ob sich hier der Architekt oder der Denkmalpfleger durchsetzte.

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Materialimitation vom Typ "Kompromiss 2000"

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Der Honorarwitz
Der Honorarsatz (gemeint ist der Stundensatz) des Restaurators wird oft heiß diskutiert.
Da meint mancher Auftraggeber, und vereinzelt wird es von Restauratoren auch bestätigt, 35,- € sind genug und angemessen.
Stimmt das?  

Schauen wir uns zunächst mal die laufenden Kosten an:
Akquise
(Leistungen und Kosten, die vor der Beauftragung notwendig sind, also Kalkulationen, Kundenbetreuung, allg. Werbekosten). 1.200,- €/Jahr

Versicherungen
Haftpflichtversicherungen und sonstige Versicherungen für Büro- und Atelierbetrieb. 3.000,- €/Jahr

EDV und Geräte
Programme und Computer, Bürodatenverarbeitung, Spezialsoftware, Systemadministrator, Plotter, Telefonanlage, sonstige Bürogeräte, Atelierausrüstung wie Laborausstattung, Mikroskope, Beleuchtung, Reinigungsgeräte, Materialvorhaltung, Messgeräte, Handwerkszeug etc. 5.000,- €/Jahr

Fortbildung
Seminargebühren, Reise- und Übernachtungskosten. 1.800,- €/Jahr

Mobilität
Anschaffungskosten, Versicherung, Wartung u. Instandhaltung, Betriebskosten. 7.800,- €/Jahr

Bürobetrieb
Miete, Heizung, Energie, Wasser/Abwasser Reinigung, Telefon und Postgebühren, Sekretariat, Steuerberater.  12.000,- €/Jahr

Steuern, Sozialabgaben, Altersversorgung, Krankenversicherung. 18.000,- €/Jahr

Atelierbetrieb
Miete, Heizung, Energie, Wasser/Abwasser Reinigung, Instandhaltung 11.400,- €/Jahr

Macht zusammen 60.200,00 €

Wie viele Stunden stehen nun zur Erwirtschaftung des Sollbetrages zur Verfügung?
Bei einer 39-Stundenwoche sind das 2035 Stunden im Jahr. Abgezogen werden müssen 475 Stunden für Urlaub, Feiertage, Krankheit und Fortbildung. Es bleibt eine Präsenzzeit von 1.560 Stunden. Davon werden 250 Stunden für allgemeine Büroarbeit aufgewendet, so dass zum Geldverdienen 1310 Stunden verbleiben.
Diese 1310 Stunden mit einem Honorarsatz von 35,-€ multipliziert ergeben 45.850,-€. Um erst mal kostendeckend arbeiten zu können, fehlen demzufolge 14.350,- €!
Um 60.200,00 € zu erwirtschaften, werden bei einem Stundensatz von 35,- € 1720 Stunden benötigt.
In der Regel muss auch der Restaurator Essen und Trinken und benötigt einen trockenen, im besten Falle warmen Schlafplatz. Mit 1.800,- € Nettoeinkommen sollte dies dem Restaurator gelingen. Wenngleich auch auf niedrigem Niveau, kann er sogar den Fortbestand seiner Art weitgehend sichern. Hierzu müssen allerdings zusätzliche 617 Arbeitsstunden aufgewendet werden.
Einschließlich allgemeiner Büroarbeit ist also eine Gesamtpräsenzzeit von 2587 Stunden/Jahr nötig. Bei 52 Wochen im Jahr beträgt die wöchentliche Arbeitszeit dann 49,75 Stunden. Will sich der Restaurator den Luxus von  Urlaub, Feiertagen, Krankheit und Fortbildung leisten, bleiben jährlich nur 40 Wochen, in welcher die Gesamtpräsenzzeit unterzubringen ist. Daraus ergeben sich eine 64,675-Stundenwoche – also 12,935 Arbeitsstunden/Tag.
Einschließlich Erholungspausen und Fahrzeiten verlässt der Restaurator also um 7:30 Uhr das Haus und kommt 21:30 Uhr wieder zurück. Daraus würde sich aber ein Einsparpotential ergeben, denn Kosten für „Zivilkleidung“, Freizeit, Hobby etc. sind minimierbar.  Aber das ist vielleicht ein anderes Thema.

 

Natürlich gibt es auch Alternativen.
Die laufenden Kosten lassen sich dramatisch verringern:
Die Akquisekosten bleiben bei  1.200,- €/Jahr

Versicherungen sind was für Angsthasen und können auf  1.000,- €/Jahr gesenkt werden.
EDV und Geräte kann man gebraucht kaufen, „schwarz“ besorgen oder aus der Konkursmasse anderer Restauartoren erstehen. 3.000,- €/Jahr

Auf Fortbildung kann man getrost verzichten. 0,- €/Jahr

Mobilität ist relativ und ein 30 Jahre alter Kleintransporter tut es auch. 2.500,- €/Jahr

Sein Büro kann der Restaurator im Wohnzimmer einrichten und Steuerberater braucht man ohnehin nicht, wenn man nichts verdient. 2.000,- €/Jahr

Da die Lebenserwartung des Restaurator nicht hoch ist, können Altersversorgung, Berufsunfähigkeitsversicherung usw. gestrichen werden. Es  fallen nur noch Steuern, Sozialabgaben und Krankenversicherung an.  9.600,- €/Jahr

Ein Atelier lässt sich in jeder beliebigen Garage einrichten. 6.000,- €/Jahr

Somit hat man die Kosten ganz leicht auf 25.300,00 € reduziert.

Jetzt werden in der Tat nur noch 1310 effektive Arbeitsstunden benötigt und dem Restaurator verbleiben 1.712,€/Monat.
Geht doch!

Fazit: Mit 35,-€/Stunde kommt der Restaurator locker aus. Unbestrittene Vorteile sind das frühe Ableben und Konkurse, was Platz für den Nachwuchs schafft.

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Goldenes, ähm, weißes Handwerk.

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„Nicht hoffe, wer des Drachen Zähne sät, Erfreuliches zu ernten.“
Friedrich Schiller

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Was nicht passt, wird passend gemacht.
Und die Toilettenspülung ist wohl auch an Starkregen gebunden.  

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Man sagt, der JUGENDSTIL sei die letzte Stilepoche, welche eine gemeinsame Ausdruckskraft fand.

... quod erat demonstrandum

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Vorschrift ist halt Vorschrift.

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