REFERENZEN - DENKMALPFLEGE

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Schlossmuseum Altenburg

Denkmalgerechte Instandsetzung von Innenräumen

Die Räume im Eckbereich von West- und Nordflügel des Altenburger Schlosses wurden zu-letzt als Depot und Lagerräume genutzt.

1996 und 1998 ist der historischen Bestand untersucht worden. In diesem Zusammenhang sahen erste Maßnahmevorschläge eine weitgehende Rekonstruktion der Raumfassungen vor.

Die anstehende Planungsaufgabe im Jahr 2002 zielte auf die „Nutzbarmachung“ als zusätz-liche Ausstellungsräume. Einher gehend waren die Installationen der Elektro- und Sicher-heitstechnik , der Heizungsanlage sowie der gesamten Raumausstattung. Darüber hinaus galt es, in einem der Räume eine großzügigen Museumsshop und eine Zentralkasse zu kon-zipieren.

Neben den rein planerischen Aufgaben waren im Hinblick auf Raumfassungen die restaura-torischen Untersuchungen zu vertiefen, um die Ergebnisse der bereits in den 1990er Jahren durchgeführten Untersuchungen entsprechend der Zielstellung der Bau- und Restaurie-rungsmaßnahmen zu ergänzen.

Die erneut angestellten Untersuchungen zeigten jedoch, dass ein wesentlich größerer Um-fang an originaler Raumfassung bestand als bisher angenommen wurde. Deren Zustände waren entsprechend gut, sodass abweichend von der bisherigen Zielvorstellungen die weit-gehende Präsentation historischer Oberflächen und originaler Fassung favorisiert werden konnte. Somit wurden Konservierung und Restaurierung im Sinne einer nachhaltigen Siche-rung der kostbaren Substanz eine der Hauptaufgaben für die Bearbeitung.

Für einen letzten qualitätvollen Zustand lagen nach Abschluss der durchgeführten Untersu-chungen sichere Erkenntnisse vor, um eine gestalterische Einheit der Räume und eine mög-lichst umfangreiche Präsentation des originalen, historischen Bestandes erreichen zu kön-nen. Das Ergebnis ist nunmehr ein authentischer, in sich geschlossener Gesamtzustand der Räume, wie er sich unmittelbar bis Kriegsende darstellte.

So konnte in einem Raum der nahezu vollständig erhaltene Bestand einer historischen Prägetapete freigelegt werden. In anderen Räumen existierten Befunde zu historischen Tape-ten, sodass diese partiell nachgefertigt werden konnten.

Holzimitations-Fassungen, Dekorationsmalerei sowie der Raumfassung zugehörige Fassung der im frühen 18. Jh. durch den Italiener Castelli geschaffen Stuckdecken wurden freigelegt und Fehlstellen retuschiert.

Die Ausstattung der Räume ergab sich in erster Linie aus dem musealen Nutzungsanspruch.

Da die Restaurierung eine gestalterische Einheit der Räume und eine möglichst umfangrei-che Präsentation des originalen historischen Bestandes zum Ziel hatte, musste sich die be-züglich der Exposition gewählte Ausstattung unterordnen. Diesbezügliche Planungen um-fassten die Möblierung, Textilien, Raumbeleuchtung bis hin zur Werkplanung der Museums-einrichtung (Vitrinen, Museumsshop, Schließfacheinheiten etc.).

Angesichts des erhöhten Sicherheitsbedarfs der Räumlichkeiten war zudem eine individuell auf die besondere Örtlichkeit abgestimmte Sicherheitstechnik nötig. Um die Eingriffe in die wertvolle Substanz so gering wie möglich halten zu können, ist die Video-, Brand- und Be-wegungsmeldetechnik an eine Techniksäule gebündelt worden.

Die Raumtemperierung wird in zwei Räumen über die Wiederaufstellung historischer Ka-chelöfen erreicht, welche einen elektrisch gespeisten Speicherkern erhielten.

Im Ringförmigen Kassenbereich sind Heizkörper integriert worden, sodass das für das Per-sonal, auch bei allgemein geringer Raumtemperatur, die Einhaltung der Arbeitsstättenver-ordnung sowie sonstige arbeitsmedizinische Regeln gewährleistet werden kann.