REFERENZEN - ARCHITEKTUR

zurück zur Übersicht


Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland Lizenz.

 

 

 

Schloss Altenburg, Prinzenpalais - Restaurierung der Fassaden

Das Prinzenpalais ist ein Teil des Altenburger Schlosses. Das Gebäude des jetzigen Prinzenpalais besitzt einen Vorgängerbau aus dem Jahre 1718. Auch dieses Gebäude integrierte bereits Reste früherer Gebäude an der Südseite des Schlosshofareals.

Nach einem verheerenden Brand 1868, bei dem das damalige „Prinzenpalais“ sowie angrenzende Gebäude zerstört bzw. stark beschädigt wurden, erfolgte noch im gleichen Jahr der Beginn des Wiederaufbaus. Bei dem Umbau zum jetzigen Gebäude 1869 wurde der barocke Teil im wesentlichen unverändert gelassen und das Gebäude nach Osten hin um 6 Fensterachsen verlängert. Die barocke Fassadengliederung wurde gestalterisch übernommen, teilweise aber in historistischer Manier ergänzt.

Das Fassadenmauerwerk weist eine Besonderheit auf: Es ist nicht homogen, sondern aufgrund der überwiegend noch vorhandenen Reste des barocken Vorgängerbaues in unterschiedlichen Mauerwerksarten errichtet:

Wie durch planungsvorbereitende Untersuchungen ermittelt wurde, erwies sich das Mauerwerk des Prinzenpalais´ insbesondere im Sockelbereich stark feuchte- und schadsalzbelastet. Es wurden z.T. extrem hohe Konzentrationen an Natrium- und Magnesiumsulfaten, lokal außerdem sehr hohe Belastungen durch Chloride und Nitrate nachgewiesen. Die Sanierungskonzeption wurde deshalb auf die vorhandene hohe Belastungssituation an der Fassade abgestimmt. Es erfolgten grundlegende Maßnahmen zur Verringerung der Schadbelastung im äußeren Mauerwerksbereich. Für den Neuverputz wurden unterschiedliche, auf die konkrete lokale Belastungssituation hin abgestimmte Putzsysteme eingesetzt.

Die vorhandenen Tür- und Fenstergewände aus örtlichem Sandstein waren zum großen Teil (überwiegend an der Südfassade) stark geschädigt. Dort, wo eine restauratorische Aufarbeitung nicht mehr möglich war, wurde der Bestand durch Neuteile ersetzt, ansonsten wurden die Werkstücke konservatorisch und restauratorisch behandelt.

Die Fenster des Gebäudes sind zum überwiegenden Teil historische Kastenfensterkonstruktionen der Bauzeit. Hier bestand trotz beträchtlicher Schäden ebenfalls das Ziel einer weitgehenden Erhaltung des Bestandes. So konnte nach detaillierter Maßnahmenvorgabe der überwiegende Teil der Fenster wieder aufgearbeitet werden, was über den denkmalpflegerischen Aspekt hinaus eine deutliche Kosteneinsparung gegenüber einer Neufertigung bedeutete.