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Schmalkalden - Technisches Denkmal "Neue Hütte"

Die als Technisches Denkmal unter Schutz stehende, klassizistische Industrieanlage „Neue Hütte“ in Schmalkalden ist mit ihren Hochöfen das einzig erhaltene bauliche Dokument historischer Eisenverhüttung im Schmalkalder Raum.

Ein 1870 errichteter zweiter „Kleiner Hochofen“ konnte aufgrund einer beachtlich weiterentwickelten Verhüttungstechnologie in seinen baulichen Dimensionen erheblich verringert werden.

Nach Abschluss der Bestandskonservierung im Jahr 2001 ergab sich die dringende Notwendigkeit einer witterungssicheren Einhausung des Kleinen Hochofens, da der weiterer Substanzverfall trotzdem rapide voranschritt.

Im Hinblick auf die museale Nutzung der Gesamtanlage „Neue Hütte“ ist die gegenwärtige Erscheinung/ Präsentation des Funktionsgliedes „Kleiner Hochofen“ jedoch in jedem Fall als unbefriedigend zu bezeichnen, da sich der Wesensinhalt eines der Kernstücke des Technischen Denkmals der Exposition entzieht.

Dem vorgelegten Entwurf stand zum Ziel, das überkommene und gesicherte bauliche Fragment des kleinen Hochofens mittels eines für den grundsätzlichen Bestandserhalt unumgänglichen Hüllbauwerkes wieder „inhaltlich“ in den Kontext der historischen Industrieanlage einzubinden.

Der Lösungsvorschlag nimmt in seiner Kubatur Bezug auf einen der dokumentierten Vorzustände. Das Erscheinungsbild der konzipierten Außenhaut ist von der Ebenflächigkeit einer „Vorhangverglasung“ und weitgehendem Verzicht auf Versätze und Vorsprünge geprägt. Die Tragkonstruktion für die rahmenlos gereihten und im Fugenschnitt gestapelten Glassegmente befindet sich im inneren der Hülle. Die statisch und gestalterisch ausgemagerte Skelettkonstruktion aus Profilstahlelementen steht allseitig frei und separat gegründet vor dem Hochofenfragment.