REFERENZEN - RESTAURIERUNG

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KLEINURLEBEN

Bildepitaph der Fam. Berlepsch

Das etwa 2,5 m breite und ca. 4,0 m hohe, auf einem Sockel stehende Epitaph wird durch zwei Bildebenen gekennzeichnet und ist in vier, durch verschiedenartig profilierte Gesimse voneinander getrennte, Teile gegliedert, welche biblische Themen darstellen. Alle Teile stehen im direkter Verbindung zueinander.

Für das Epitaph wurden Bausteine aus den Schichten des Seeberger Rhätsandsandsteins verwendet. Der Sockel besteht aus Sandsteinen des unteren (Lettenkohlensandstein) oder mittleren (Schilfsandstein) Keupers.

Die Verarbeitung der Rhätsandsteine erfolgte zumeist unabhängig vom Lager diese sind nicht den sedimentären Schichten entsprechend beanspruchungsgerecht verbaut. Die Verarbeitung der Steine des Sockels hingegen erfolgte grundsätzlich horizontal zum Lager. Der Versatz der Werkstücke erfolgte auf Schiefertafeln im Mörtelbett. Bis auf den Sockel steht das Epitaph hinterlüftet vor einer geputzten Wand und ist in dieser verankert.

Der Zustand des Bildepitaphs stellte sich besonders im Sockel- und unteren Bereich als dringend konservierungsbedürftig dar.

Neben den auftretenden statischen Unbestimmtheiten kamen massive Schäden am Naturstein und der Fassung hinzu. Das Gefüge des Steins hatte teilweise bis tief unter die Oberfläche erheblich an Bindekraft verloren und es traten in diesen Bereichen fast flächendeckende Oberflächenschädigungen verbunden mit großen Form- und Materialverlusten auf. Die Fassung muss im unteren Bereich als vollständig verloren angesehen werden.

Fehlende plastische Details beeinträchtigten den dokumentarischen und ikonographischen Inhalt sowie die bildkünstlerische Aussage. Hierdurch war die künstlerisch-ästhetische Erscheinung gestört, wobei die Gesamtkomposition aber erhalten war.

Die Oberflächen des Epitaphs waren mit millimeterdicken Staubauflagerungen bedeckt. Durch den unvorsichtigen Umgang im Zuge von Reparaturarbeiten im Innenraum der Kirche gelangten zahlreiche große und kleine Mörtelspritzer auf die gefassten Oberflächen.

Stark ausgeprägte Schadbilder im Sockel und unteren Epitaphbereich führten zu einer Lastenverschiebung, so dass das Gewicht der beiden knienden Figuren ungleichmäßig und hauptsächlich nur noch über die Karyatiden in den Sockel geleitet wurde.
Die Konstruktion war durch Abbrüche und Risse so stark geschädigt, dass das Epitaph demontiert werden musste.

Maßnahmen

Nachdem der Bestand dokumentiert war, sind Sicherungspapiere gesetzt worden. Anschließend wurden die Werkstücke des Epitaphs demontiert. Die Konservierung der einzelnen Werkstücke erfolgte unter Atelierbedingungen.

Ausgehend von den Voruntersuchungen wurde als primäre Zielsetzung „der Wiederaufbau des Epitaphs an seinem ursprünglichen Standort unter Erhalt seiner Authentizität sowie seines Bestandes“ favorisiert. Die Teile des Epitaphs wurden neben einer Reinigung lokalen Festigungen und Klebungen unterzogen. Formergänzungen wurden nur dort durchgeführt, wo diese konstruktiv-technisch notwendig waren.

Der gesamte Sockel musste durch eine Kopie ersetzt werden.

Die Fassung wurde gereinigt und partiell gefestigt. Retuschen erfolgten nicht.